GreytoGreen® in der Praxis: Wie Architektur Hitze reduziert

  • Blue Office Bochum

  • Dachbegrünung

  • Totholzstruktur mit heimischer Bepflanzung

Die aktuelle Hitzewelle in Deutschland zeigt einmal mehr, wie dringend klimaangepasste Architektur, Gebäudetechnik und Freiraumgestaltung heute sind. Gebäude, Freiflächen und Dächer müssen künftig nicht nur funktionieren, sondern aktiv dazu beitragen, Hitze zu reduzieren, Wasser zurückzuhalten, Biodiversität zu fördern und Aufenthaltsqualität zu schaffen.

Mit unserem GreytoGreen®-Ansatz zeigen wir an unserem Bochumer Standort Blue Office,wie diese Transformation an und in einem Bestandsgebäude konkret aussehen kann. Das Projekt verbindet Architektur, Freiraumplanung und Gebäudetechnik zu einem ganzheitlichen Konzept für mehr Klimaresilienz. Ein wesentlicher Baustein ist die Kombination aus extensiver Dachbegrünung und Photovoltaik, die auf bereits früh mitgedachten Lastreserven aufbauen konnte. Gründächer leisten einen wichtigen Beitrag zur Temperaturminderung und verbessern die Wasserrückhaltung. Im Blue Office wird dies durch ein Rigolensystem zur Speicherung und kontrollierten Weiterleitung von Regenwasser ergänzt. Durch diese Maßnahmen kann die lokale Umgebungstemperatur um bis zu 5°C sinken und die Photovoltaikanlage in Ihrer Leistungsfähigkeit steigen.

Auch in den Freianlagen wurde das Prinzip konsequent weitergeführt: Freiflächen wurden renaturiert und Schotterbeete zurückbaut. Zum Einsatz kamen ausschließlich heimische Stauden und Gehölze, ergänzt durch Totholzstrukturen als Lebensraum für Insekten und Kleintiere. Insgesamt wurden 500 Bioland-zertifizierte Pflanzen aus 40 heimischen Wildarten gesetzt.

Die Wirkung solcher Maßnahmen ist messbar: Während Schotterflächen im Sommer Oberflächentemperaturen von etwa 60 bis 70 °C erreichen können, liegen naturnah gestaltete, entsiegelte Flächen bei etwa 25 bis 35 °C. Gleichzeitig verbessern offene und bepflanzte und sickerfähige Böden die Versickerungsfähigkeit, erhöhen die Wasserspeicherkapazität und unterstützen die Kühlung der Umgebung durch Verdunstung und Transpiration.

Gerade in Hitzesommern wird deutlich: Architektur kann mehr, als auf extreme Wetterlagen zu reagieren. Sie kann aktiv dazu beitragen, Städte, Bildungsstätten und Arbeitsorte widerstandsfähiger, lebenswerter und ökologisch vielfältiger zu machen.